Der digitale Großformatdruck gehört auch zu jenen Verfahren, die ohne die Herstellung einer statischen Druckform auskommen und direkt vom Rechnerarbeitsplatz angesteuert ein Druckprodukt produzieren können. Beim Großformatdruck unterscheidet man grundsätzlich zwei Verfahren, die sich im Trocknungsverhalten der Tinte unterscheiden: den digitalen Tintenstrahldruck und den digitalen UV-Direktdruck.

Großformatdruck – Tintenstrahl

Moderne Großformatdrucker erreichen mittlerweile eine Druckbreite von bis zu 5 Metern. Beim Tintenstrahldruck wird Rollenmaterial unterschiedlichster Art verarbeitet. Ein Kriterium dabei ist, dass die zu bedruckende Oberfläche mit Flüssigtinte bedruckt werden kann. Im Druckbereich befindet sich der bewegliche Druckkopf, der sich entlang der Breite des Geräts hin und her bewegt, während das Papier (oder anderes geeignetes Material) gleichzeitig in entgegengesetzter Richtung durch die Maschine geführt wird. Der Farbauftrag erfolgt über Hochdruckdüsen. Das Farbpigment ist in einer Trägerflüssigkeit gelöst und ist daher flüssig. Ähnlich dem Drucken mit Trockentoner wird auch hier die Tinte elektrisch aufgeladen und durch die Düse in Richtung des Bedruckstoffs gespritzt. Eine dahinter befindliche Ablenkelektrode spaltet den Tintenstrahl in kleinste Tröpfchen auf und lenkt sie je nach Ladung an die gewünschte Stelle auf dem Bedruckstoff. Da nicht der gesamte Tintenstrahl für das Druckbild benötigt wird, wird ein Großteil des Tintenvolumens noch vor Auftreffen auf dem Bedruckstoff abgefangen und in den Tintenkreislauf rückgeführt. Das Druckbild trocknet an der Luft durch die Verdunstung des Lösungsmittels.

Großformatdruck – UV-Direktdruck

Der Druckprozess beim UV-Direktdruck ähnelt dem des Tintenstrahldrucks sehr stark, allerdings werden für dieses Verfahren andere Tinten eingesetzt. Anders als beim Tintenstrahldruck, dringen hier die Tinten nicht in das Material ein, sondern werden nur auf die Oberfläche des Materials aufgebracht. Anschließend wird die Tinte unter UV-Licht bestrahlt, was eine Polymerisation der Tintenpartikel und damit eine Aushärtung bewirkt. Dadurch eignet sich der UV-Direktdruck für beinahe jede Oberfläche, die in die Druckmaschine eingelegt werden kann. Sogenannte Direktplattendrucker verarbeiten im großformatige Digitaldruck nicht nur Rollenmaterial, sondern auch Plattenmaterial wie Aluminium, Blech, PVC-Hartschaum, Acrylglas, Glas und sogar Holz und sind besonders für Bedruckstoffe geeignet, die nicht saugfähig sind.

Qualität im digitalen Großformatdruck

Durch winzige Pigmentpartikel und variable Auftragsdichten erzeugt auch der digitale Großformatdruck hochwertige Drucke, die – je nach Material – hochauflösende Fotoqualität ohne sichtbare Rasterung erreichen können. Veredelungsverfahren wie Lackierung oder Laminierung führen zu einer dauerhaften Beständigkeit und Farbtreue des Druckbilds, was das Verfahren besonders für langlebige Außenwerbung interessant macht. Eine Veredelung ist aber nicht in jedem Fall erforderlich.

Einsatzgebiete des digitalen Großformatdrucks

Die mögliche Formatgröße und die Vielfältigkeit des bedruckbaren Materials sind die Grundlagen für die breiten Einsatzgebiete des digitalen Großformatdrucks. Zu nennen sind da beispielhaft: Leinwände, Bannerwerbung aus PVC-Plane oder Mesh-Gewebe, Fahnen, Schilder aus PVC-Hartschaumplatten, Aluminium-Dibond-Platten, Acrylglasplatten, Glasscheiben oder Holzplatten. Aber auch konventionelle Produkte meistert der Großformatdruck, z.B.: Wahlplakate, Hohlkammerplakate, Thekenmatten, großformatige Fotoreproduktionen, Kunstdrucke, Baupläne und Landschaftspläne für (Landschafts-)Architekten. Gerade für kleinere Auflagen ist der großformatige Digitaldruck bedeutend günstiger und flexibler als der Siebdruck.

Hersteller von Druckmaschinen für den großformatigen Digitaldruck

Bekannte Hersteller von Digitaldruckmaschinen sind DURST AG, Inca, HP, Agfa, EPSON und Roland.