Broschüren gehören zu den etwas aufwendigeren Druckprodukten und werden gerne als Image-Broschüre, Vereinszeitung oder Firmenzeitschrift, Gemeindebrief oder auch Abizeitung verwendet. Broschüren bestehen aus mehreren Seiten und werden entweder durch eine Rückendrahtheftung oder eine Klebebindung gebunden. Bei der Gestaltung einer Broschüre sollte man einige drucktechnische Punkte berücksichtigen, um später das optimale Druckergebnis zu erzielen. Ihre Druckerei vor Ort wird Sie sicherlich gerne beraten, wenn Sie eine Broschüre drucken lassen möchten.

Was ist eine Broschüre?

Umgangssprachlich wird mittlerweile alles, was mehr als 8 Seiten hat und im Bund in irgendeiner Form gebunden ist als Broschüre bezeichnet. Der Duden definiert das Wort Broschüre wie folgt: „Druckschrift von geringem Umfang und meist aktuellem Inhalt, die nur geheftet und mit einem Umschlag aus Pappe versehen ist “. Wir wollen die Broschüre hier als mehrseitiges Druckprodukt beschreiben, welches sich schwerpunktmäßig in zwei Kategorien teilen lässt. Auf der einen Seite die geheftete Broschüre und auf der anderen Seite die klebegebundene Broschüre. Online Druckereien gehen sogar soweit, dass sie unter dem Begriff Broschüre drucken alles anbieten, wie Hefte, Magazine, Kataloge, Zeitschriften, Wire-O-Bindungen, Spiralbindungen, Abizeitungen, Vereinszeitungen und Firmenzeitschriften.

Unterschied zwischen gehefteter und klebegebundener Broschüre

Wie die Bezeichnung schon aussagt liegt der Hauptunterschied beim Drucken der jeweiligen Broschüren-Art in der Weiterverarbeitung bzw. in der Art der Bindung. Auf der einen Seite haben wir die Broschüre, die mittels Drahtklammern (ähnlich wie wir sie aus dem klassischen Bürohefter kennen) im Rücken der Broschüre geheftet wird. Diese Heftung nennt man auch Rückendrahtheftung (RDH). Auf der anderen Seite haben wir die Broschüre, wo der Innenteil mittels eines Klebers mit dem Umschlag verklebt wird. Diese Broschüre nennen wir auch Klebebindung. Aufgrund dieser Unterschiede ist schon bei der Planung einer Broschüre einiges an Punkten zu beachten, was sich auch auf die Druckdaten auswirkt.

Die Broschüre mit Rückstichheftung

Viele Druckereien bieten auch anstelle der normalen Heft-Klammern eine Ringösenheftung an. Somit hat die Zielgruppe, für die Sie Ihre Broschüre drucken lassen die Möglichkeit, die Broschüre in einem Ordner abzuheften. Diese Art der Heftung wird häufig für Drucksachen wie Preislisten, Produktkataloge, Gebrauchsanweisungen oder ähnliche Produkte verwendet, welche häufiger benutzt werden. Firmenzeitschriften, Image-Broschüren oder tagesaktuelle Werbeprospekte mit mehreren Seiten hingegen werden mit einer einfachen Rückendrahtheftung versehen. Wenn man eine RDH-Broschüre drucken lassen möchte, dann sollte man das Produkt generell in zwei Teile unterteilen. Den Umschlag und den Inhalt. Der Umschlag einer Broschüre besteht in der Regel aus vier Seiten. Der Vorderseite (Titel), der ersten Umschlaginnenseite (U2 oder Umschlagseite 2), der vorletzten Seite der Broschüre (U3 oder Umschlagseite 3) und der Rückseite der Broschüre, welche auch als U4 bezeichnet wird. Mit diesen Begriffen können Sie gegenüber Ihrer Druckerei immer klar kommunizieren, welche Seite Sie vom Umschlag der Broschüre genau meinen. Das ist natürlich besonders wichtig, wenn man in einer Korrekturphase – bei der Ihnen Ihre klassische Druckerei vor Ort immer gerne unterstützend zur Seite stehen und Sie auch auf eventuelle Fehler oder Probleme aufmerksam machen wird – mit seiner Druckerei ein solches Projekt wie einen Broschüren-Druck bespricht. Bei einer Broschüre, die mittels Heftklammern im Rücken gebunden wird, hat die Papierstärke (Grammatur, Flächengewicht, Papiervolumen) einen nicht unerheblichen Einfluss. Denn Sie können natürlich keine 80 Seiten Broschüre mit einer Rückendrahtheftung versehen, wenn Sie – aus welchen Grund auch immer – ein 250 g/m2-Bilderdruckpapier verwenden möchten. Denn die Klammer einer Broschüre hat natürlich nur eine gewisse Klemmkraft und Größe. Wie viele Seiten Sie mit welchem Papier optimaler Weise für Ihren Broschüren-Druck verwenden können, dabei hilft Ihnen Ihre Druckerei vor Ort gerne mit ihrer jahrelangen Erfahrung. Spätestens wenn Sie sich Gedanken um eine zusätzliche Veredelung des Broschüren-Umschlags machen; vielleicht möchten Sie ja einen hochwertigen Effekt durch eine Mattfolienkaschierung erzielen; oder ein zusätzliches Produkt (z.B. eine CD, DVD, kleines Booklet oder eine Postkarte) auf die Innenseite Ihres Umschlags (U2) aufspenden hat das einen Einfluss auf die Verarbeitung der Broschüre. Wer eine Broschüre mit Rückendrahtheftung drucken lassen möchte, der sollte bei der Planung bedenken, dass sich die Anzahl der Inhaltsseiten immer durch 4 teilen lassen sollte. So haben diese Broschüren meist einem Umfang von 4, 8, 12, 16, 20, 24, 28, 32, 36, 40, 44 oder 48 Seiten Inhalt. Natürlich können auch mehr Seiten verarbeitet werden, aber das ist immer abhängig von der Grammatur des Papiers, welches für den Druck der Broschüre verwendet werden soll. Meist ist aber bei einer Rückendrahtheftung mit einem Umfang rund 100 Seiten Inhalt Schluss. Ab hier könnte man sich aber dann problemlos für den Druck einer Broschüre mit Klebebindung entscheiden. Das Teilen des Inhalts durch 4 kommt deshalb zustande, weil vier Seiten einer Broschüre ergeben einen Bogen. Deshalb kann man eine Broschüre schlecht um zwei oder drei Seiten erweitern. Sie können ja mal ein DIN A4-Blatt aus Ihrem Büro-Drucker nehmen und dieses in der Mitte falzen. Das Ergebnis sind 4 DIN A5-Seiten. Machen Sie das mit zwei weiteren Blättern und legen Sie diese offen ineinander. Würden Sie diese noch mit einem (Büro-)Hefter im Rücken heften, hätten Sie eine 12-seitige Rückendraht geheftete Broschüre. So kann man sich später auch aus den Layout-Dateien einer Broschüre schnell ein Muster (Handmuster, Dummy) selber machen, um zu überprüfen, ob alles so ist, wie man es sich vorgestellt hat. Zudem sollte bei Broschüren mit vielen Seiten die Verdrängung berücksichtigt werden. Diese kommt durch das Ineinanderlegen von vielen gefalzten Bögen zustande. Auch berät Sie die Druckerei Ihres Vertrauens sicherlich gerne und unverbindlich.

Die Broschüre mit Klebebindung

Es gibt viele Gründe, eine Broschüre als Klebebindung drucken zu lassen. Einer der Hauptgründe ist eine hohe Anzahl von Inhaltsseiten. Sobald eine Broschüre mehr als 100 Seiten hat, kommt man um eine Klebebindung fast nicht mehr herum. Viele Grafiker und Layouter, Werbeagenturen und Firmen entscheiden sich aber auch schon bei geringerer Seitenzahl für eine klebegebundene Broschüre, da diese optisch immer etwas hochwertiger aussieht (was die Bindung angeht). Bei der Broschüre, die als Klebebindung gedruckt wird gilt es zu berücksichtigen – im Gegensatz zur Broschüre mit Rückendrahtheftung – das der gesamte Inhalt in den Umschlag eingelegt und verklebet wird. Somit hat die klebegebundene Broschüre immer einen Rücken (siehe Foto). Das bedeutet bei der Gestaltung und Druckdatenerstellung muss beim Umschlag die sogenannte Rückenstärke berücksichtigt werden. Da die Rückenstärke einer Broschüre abhängig ist von der Anzahl der Inhaltsseiten, der Grammatur und dem Papiervolumen, sollten Sie sich von Ihrer Druckerei einfach die exakte Größe für den Broschüren-Rücken errechnen lassen. Das macht Ihre Druckerei sehr gerne für Sie. Somit kann man Probleme und unschöne Ergebnisse in der späteren Weiterverarbeitung von vornherein ausschließen.

Anfrage für den Druck einer Broschüre bei der Druckerei

Wenn Sie noch nie eine Broschüre, ein Magazin oder eine Vereinszeitung gestaltet haben, dann finden Sie hier ein paar Tipps, die Sie bei der Preisanfrage bei der Druckerei und der Erstellung einer Vorlage berücksichtigen können. Zuerst sollten Sie sich über das Format (also die physikalische Größe), die Anzahl der Seiten, die Farbigkeit und die Auflage der Broschüre, die Sie bei Ihrer Druckerei drucken lassen möchten, Gedanken machen. Wenn Sie schon ein bisschen Erfahrung haben, können Sie sich auch gleich für die entsprechenden Papiersorten entscheiden, die für den Umschlag und den Inhalt der Broschüre verwendet werden soll. Und so könnte dann eine Preisanfrage an die Druckerei in Ihrer Stadt aussehen:

  • 500 Broschüren, Rückstichheftung, DIN A4, 4 Seiten Umschlag, 250 g/mBilderdruck matt, 28 Seiten Inhalt auf 135 g/m2Bilderdruck matt, Druck 4/4-fbg., Anlieferung 50670 Köln
  • 1.000 Broschüren, Klebebindung, DIN A5, 4 Seiten Umschlag, 120 Seiten Inhalt, Druck 4/4-fbg., 135 g/m2Bilderdruck glänzend, Anlieferung Hamburg-Altona
  • 300 Festschriften, Klebebindung, DIN A5, 4 Seiten Umschlag, Druck 4/4-fbg. + Mattfolie, 250 g/mBilderdruck matt, 200 Seiten Inhalt, Druck 1/1-fbg. Schwarz, 135 g/mBilderdruck matt, Anlieferung Messe München
  • 2.500 Image-Broschüren, 20 x 20 cm, 4 Seiten Umschlag (etwas festeres glänzendes Papier), 36 Seiten Inhalt, Druck 4/4-fbg., Papiersorten bitte empfehlen, Selbstabholung bei Druckerei
  • 10.000 Preislisten, Ringösenheftung, 210 x 297 mm, 40 Seiten Umfang, 100 g/mOffset-Papier, Druck 1/1-fbg., digital, Anlieferung Messe Stuttgart

Wenn Sie nicht wissen, welche Papiersorten sich für den Druck Ihrer Broschüre eignen, dann können Sie auch einfach zu der Druckerei in Ihrer Stadt gehen und sich dort verschiedene Papiersorten als Muster zeigen lassen. Zudem kann man sich in der Druckerei auch komplette Broschüren-Muster anschauen, um einen konkreten Eindruck vom Zusammenspiel von Papier, Druckbild, Haptik und Verarbeitung einer guten Broschüre zu bekommen.

 Eine Broschüre selber gestalten – wie geht das?

Wenn Sie nun wissen, wie der Umfang der Broschüre aussehen soll, dann können Sie mit der Gestaltung und dem Inhalt der Broschüre beginnen. Sollten Sie eine Broschüre direkt druckfertig für Ihre Druckerei erstellen wollen, dann sollten Sie hierfür ein professionelles Layout-Programm verwenden. Hierfür eignen sich Programme wie zum Beispiel Adobe InDesign oder QuarkXpress. Da diese Programme schon etwas teurer sind lohnt sich eine Anschaffung für eine einmalige Broschüre eher nicht. Sie können diese Programme aber auch als 30-Tage-Testversion herunterladen und nutzen. In diesem Fall müssten Sie Ihre Broschüre allerdings innerhalb dieser Testphase fertig stellen. Wenn Sie in Ihrer Broschüre auch Fotos verwenden möchten, dann kommen Sie auch um die Verwendung eines Bildbearbeitungsprogramm (Beispiel: Adobe Photoshop) nicht herum. Eine weitere Möglichkeit wäre, Sie lassen die Druckdaten von Ihrer Druckerei professionell erstellen. Klingt teuer – muss es aber nicht sein. Lassen Sie sich auch hier von der Druckerei einfach mal ein Angebot machen. Sie werden erstaunt sein, was alles geht. Und sie können jede Menge vorbereiten: also Texte schreiben in Word, Bilder auswählen, und das Layout einfach mal aufscribbeln, damit die Druckerei weiß, was auf welche Seite kommt. Wenn Sie das schon mal vorbereitet haben, dann können die Druckvorstufen-Experten einer Druckerei ganz schnell aus Ihren angelieferten Daten (Texte in Word, digitale Bilder, etc.) die gewünschte Broschüre erstellen und drucken.

Wenn Sie sich mit der Erstellung von Druckvorlagen auskennen, dann brauchen wir Ihnen hier natürlich nicht erklären, wie es zu machen ist. Aber auch hier kann die kurze Abstimmung mit der Druckerei über die Datenanlieferung (z.B. PDF/X-3, PSO-konform, etc.) nicht schaden.

Datenüberprüfung, Proof und Musterdruck durch die Druckerei

Sie haben die Vorlage für die Broschüre fertig und nun geht es mit großen Schritten in den Druck. Die Druckerei vor Ort wird Ihre Druckdaten auf Verwendbarkeit überprüfen und Ihnen auf Wunsch einen sogenannten Farbproof ausgeben. Das ist für Seiten der Broschüre interessant, auf der sich Bilder befinden. Ein Proof simuliert das entsprechende Druckverfahren. So können Sie vorab schon sehen, wie die Bilder im Druck später aussehen werden. Sollten Bilder vielleicht zu dunkel oder mit unerwünschten Effekten dabei sein, dann können Sie diese vor dem Druck noch austauschen. Viele Druckereien können aber auch vor dem Druck ein komplettes Muster der Broschüre digital drucken. Sie halten dann bereits eine fertige Broschüre in der Hand – so, wie sie später einmal aussehen wird. Farblich wird sich der Druck vielleicht etwas vom Original unterscheiden, da es sich ja um unterschiedliche Druckverfahren handelt, aber Sie gewinnen einen Eindruck der Broschüre und können eventuelle Fehler noch vor dem Druck der Gesamtauflage erkennen und beseitigen.

Die Vorteile einer klassischen Druckerei beim Druck von Broschüren

Der Preis für das Drucken einer Broschüre hängt vom Gesamtvolumen des Projekts ab. Die Frage die sich immer wieder stellt: sind Online Druckereien günstiger als die klassische Druckerei vor Ort? Generell kann man sagen, dass Online Druckereien Broschüren nicht günstiger drucken als die Druckerei in Ihrer Stadt. Das Drucken bei der klassischen Druckerei hat aber viele Vorteile, die man sich als Druckkunde zu Nutze machen sollte. Hier ist neben der persönlichen Beratung in der Vorphase auch immer die Möglichkeit vorhanden während des Drucks der Broschüre direkt an der Druckmaschine zu stehen und das Druckbild (Farbigkeit, etc.) zu kontrollieren.

Aber auch wenn Sie nicht an der Druckmaschine stehen wollen oder können, hat der Drucker die Möglichkeit nach Ihren Vorgaben (z.B. dem von Ihnen freigegeben Digital-Proof oder einem bereits vorhanden Druckmuster) die Farbe und den Druck zu beeinflussen. Das ist die klassische Farbabnahme an der Druckmaschine, die Ihnen keine Online-Druckerei bieten kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie Ihre Broschüre erst dann bezahlen, wenn Sie diese gesehen haben und diese Ihren Vorgaben entspricht (Proof, etc.). Sie zahlen also nicht im Voraus via Überweisung, PayPal oder Kreditkarte. Sie erteilen einen Auftrag, dieser wird von der Druckerei gedruckt und wenn alles passt, dann bezahlen Sie die Rechnung. So einfach kann’s gehen.

So komplex Ihre neue Broschüre auch werden soll – mit Ihrer Druckerei vor Ort haben Sie immer einen erfahrenen Druck-Partner an Ihrer Seite. Und genau das ist eben der unbezahlbare Vorteil bei der lokalen Druckerei: man wird Sie kompetent beraten und unterstützen, Ihre Wünsche und Vorstellungen auf Machbarkeit überprüfen und Sie während des Produktionsprozesses nicht alleine lassen. So steht dem Drucken Ihrer Broschüre nichts mehr im Weg. Das gilt übrigens auch für alle anderen Druckprodukte wie Briefbogen, Visitenkarten, Falzflyer, Plakate, Einladungskarten und Mappen.